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Pressespiegel

Volkskunde - weltoffen und informativ
Der Bildungsverein »Die Linde e.V.« vermittelt Wissen über Gebräuche und Geschichte. Irgendwie stellt man sich den Ort, an dem ein Volkskundeverein seinen Sitz hat, anders vor. Besonders, wenn er den Namen eines so symbolträchtigen Baumes wie »Die Linde« trägt, erwartet man eine grüne und heimelige Umgebung. Die Plattenbauten aber am Markgrafendamm zwischen Ostkreuz und Modersohnbrücke sehen wie überholungsbedürftige Verwaltungsgebäude aus. In einem der Häuser sitzt der Bildungsverein für Volkskunde in Deutschland »Die Linde e.V.« und gibt in unregelmäßigen Abständen die »Lindenblätter« heraus.

Das Themenspektrum ist breit. Analysiert wurden z.B. die Probleme bei der Integration der Russlanddeutschen - ein Buch, das Aufmerksamkeit erregte, sogar Wissenschaftler aus den USA ließen sich das Werk zukommen.
Die Publikationen der »Linde e.V.« befassen sich mit Kinderspielen im Berlin des 19. Jahrhundert oder auch mit der Armut in der Stadt zur Zeit der industriellen Revolution. Im Mittelpunkt stehen oft Menschen, die ihre Sorgen, Nöte und Freuden mit Anderen teilen. Dem Wort »Volkskunde« haftet etwas Altbackenes an, oft gebunden an Vorstellungen von dumpfer Volkstümelei. Aber versteht man den Begriff nur von seinen Auswüchsen her, ist der Blick auf das Feld der Möglichkeiten versperrt. Volkskunde kann offen sein für ethnische Strömungen verschiedener Art, ein Bewusstsein schaffen für historische Zusammenhänge, auf Zeitläufe und Zyklen hinweisen und aktuelle Probleme deutlich machen.

Der Bildungsverein wurde im August 1997 gegründet und arbeitet seit März 1998 als Trägerverein mit dem Arbeitsamt zusammen. Zum Ziel hat sich der Verein auch gesetzt, »volkskundliche Informationen« über die verschiedenen Regionen Deutschlands zu verbreiten. Finanziert wird »Die Linde e.V.« durch Mittel der Agentur für Arbeit und Zuschüsse des Landes Berlin. Beschäftigt werden über ABM-Maßnahmen vor allem stellenlose Akademiker. Der Historiker Dr. Wolfgang Kagel leitet als Projektkoordinator den Bildungsverein. Als momentan größtes Problem sieht er die Einschnitte und Unsicherheiten bei der Finanzierung der ABM-Stellen. Projekte, die früher in der Regel auf ein Jahr angelegt waren, müssen jetzt in einem halben Jahr erledigt werden.

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Der Bildungsverein wurde im August 1997 gegründet und arbeitet seit März 1998 als Trägerverein mit dem Arbeitsamt zusammen. Zum Ziel hat sich der Verein auch gesetzt, »volkskundliche Informationen« über die verschiedenen Regionen Deutschlands zu verbreiten. Finanziert wird »Die Linde e.V.« durch Mittel der Agentur für Arbeit und Zuschüsse des Landes Berlin. Beschäftigt werden über ABM-Maßnahmen vor allem stellenlose Akademiker. Der Historiker Dr. Wolfgang Kagel leitet als Projektkoordinator den Bildungsverein. Als momentan größtes Problem sieht er die Einschnitte und Unsicherheiten bei der Finanzierung der ABM-Stellen. Projekte, die früher in der Regel auf ein Jahr angelegt waren, müssen jetzt in einem halben Jahr erledigt werden.

»Die Linde e.V.«-Mitarbeiter gehen wissenschaftlich und kreativ an die Themen heran. Zu den jüngsten Publikationen des Bildungsvereins gehört »Abenteuer und Rätsel in Berlin«, ein spannend und unterhaltsam geschriebenes Buch für Kinder von 7 bis 13 Jahren. In vielen kleinen Geschichten breiten die zwei Autoren ein Zeitpanorama der Stadt Berlin aus. Erzählt wird, wie Menschen vor 10 000 Jahren hier gelebt haben. Oder die Geschichte von Lisa, die eine Zeitreise macht und dabei Konrad Zuse kennen lernt, der in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Europa den ersten Rechner baute, der mit einer Computersprache arbeitete. nach oben

(Robert Meyer, ND 06. Juni 2004)

 
"Ja, sie sprechen zwar "Küchendeutsch", aber sie sind Deutsche." Geschichte der Aussiedler im Internet (ein Interview)

Die deutschen Geschichtsforscher haben Interesse für die Geschichte von Russlanddeutschen gezeigt. Die Vereinigung »Die Linde e.V.« hat die Arbeit am Projekt "Geschichte der Russlanddeutschen im Internet" abgeschlossen. Wir trafen uns mit dem Leiter von »Die Linde e.V.«, Geschichtswissenschaftler Dr. Wolfgang Kagel.

Herr Kagel, woher kommt das Interesse für die Russlanddeutschen?

In erster Linie ist das ein rein berufliches Interesse. Die Geschichte der Russlanddeutschen ist ausgesprochen dramatisch. Die Forschungsarbeiten dauerten vier Jahre. Im Ergebnis entstand eine CD, und auch im Internet erschien die wahrhafte Information über die Geschichte der Russlanddeutschen. Diese ist auf der Seite www.russlanddeutschegeschichte.de zu finden.

Welcher Zeitraum wurde von Forschungen erfasst?

Die Studie besteht aus vier Abschnitten: Auswanderung der Deutschen aus Deutschland nach Russland in den Jahren 1763 bis 1820; Deutsche in Russland 1820 bis 1917; Russlanddeutsche und die Sowjetmacht 1917 bis 1955; Im vierten Teil wird dann die Geschichte der "Auswanderungsbestimmungen" seit 1955 analysiert. Außerdem bieten wir eine Reihe von aktuellen Interviews mit den in Berlin lebenden Deutschen aus Russland an. Die Interviews vermitteln eine klare Vorstellung über das frühere und jetzige Leben dieser Leute sowie über deren Probleme.

Haben Sie nach dieser Arbeit ein näheres Verhältnis gegenüber den Aussiedlern?

Wissen Sie, ja. Mir und unserer Forschungsgruppe, die übrigens nur aus deutschen Historikern besteht, ist das Schicksal des Volkes näher und verständlicher geworden, das zu sowjetischen Zeiten eine wahre Tragödie erlebt hatte. Auf Probleme stoßen die Aussiedler auch jetzt, nach dem Umzug in ihre historische Heimat. Die hiesigen Deutschen stellen sich nicht vor, in welchem Maße die Deutschen, die in Russland geboren sind und lebten, gelitten haben, und das allein wegen ihrer Angehörigkeit zur deutschen Nationalität. Man verhält sich freundschaftlicher und herzlicher zu diesen Leuten, nachdem man erfährt, was sie alles erlebt haben. Das Denkklischee von Spießbürgern, die in Deutschland nicht anders sind als sonst wo, sieht ungefähr so aus: Es gebe wenig Arbeit für uns selbst, dennoch werden im Lande noch unendlich viel Fremde aufgenommen. Ich denke, dass die Möglichkeit, sich mit der Geschichte der Russlanddeutschen mittels Massenmedien und dem Internet vertraut zu machen, zu Annäherung zwischen Russland- und den einheimischen Deutschen beitragen, sowie die Integration der Aussiedler einigermaßen erleichtern wird. Über unsere Internetseite kann man erfahren, wer eigentlich die Russlanddeutschen sind, wie sie nach Russland gerieten und warum sie jetzt zurückkehren. Ja, sie sprechen zwar "Küchendeutsch", sie sind anders, aber sie sind Deutsche und auch Teil der deutschen Geschichte.

Ich bedanke mich für Ihre freundlichen Äußerungen in Bezug auf die Aussiedler. Unterstützung und Verständnis brauchen wir ja sehr.

Eine letzte Frage: Wie sind Ihre Pläne?

Die Arbeit wird in folgender Richtung fortgesetzt: Wir haben damit begonnen, Stoff für ein Ortslexikon der Russlanddeutschen vor 1941 zu sammeln. Aus diesem Grunde möchte ich mich an die Leser der Zeitung "Europa-Express" mit der Bitte wenden, uns über ihre Geburtsorte zu erzählen, wenn es sich hierbei um deutsche Kolonien in Russland handelte. Sicher gibt es noch Leute, die viel in Erinnerung haben. Den Kontakt mit »Die Linde e.V.« kann man über die Telefonnummer 030-29 66 92 38 oder info@dielinde-ev.de aufnehmen.

(Rita Stern, Europa-Express No 41 (55) 14.-20. Oktober 2002)

nach oben »Verschiedene Publikationen«

Sächsische Landesstelle für Volkskultur, Dr. G. Altmann, Leiter

September 1999
(...) Mein Kompliment für Ihre Mühen die Volkskultur mit ihren regionalen vielfältigen Zügen anschaulich zu vermitteln.
Auf dem Weg nach Europa sind die Mühen Ihres Vereins lesbar, die in den vorliegenden Büchern behandelten Themen in historisch-europäischen Zusammenhängen zu beleuchten, denn Europakunde hat ihre Basis in der Volks- und Heimatkunde. Die Problematiken von Aus- und Einwanderungen spielen dabei eine gewichtige Rolle. Wenn ich mir die Empfehlung erlauben darf, wäre ein Ausbau dieser Projektschiene notwendig im Hinblick auf Beförderung von gegenseitiger Annahme, Akzeptanz und Verständnis. (...)

TD1 Türkisch - deutschsprachige Kabel - TV - GmbH

Oktober 1998
(...) für unsere Arbeit als türkisch-deutscher Fernsehsender entdeckten wir wertvolle Hilfsmittel, die von Ihnen herausgegeben wurden. Wir meinen damit Ihre Serie zu Sitten und Bräuchen in Deutschland, die nach Jahreszeiten gegliedert ist, die 16 Hefte der "Linde für Kinder" und das Buch über Berliner Handwerkertraditionen. Die genannten Publikationen, aus denen wir schon mehrfach zitierten, erleichtern wesentlich die journalistische Arbeit und helfen hervorragend die große Bevölkerungsgruppe der Türken in Deutschland mit dem Leben in ihrem Gast- bzw. neuen Heimatland vertraut zu machen.
Es ist bewundernswert, dass, wie wir erfuhren, diese Publikationen in relativ kurzer Zeit von Wissenschaftlern und Publizisten erarbeitet wurden, die bei Ihnen auf ABM-Basis beschäftigt sind.
Wir hoffen, dass den ersten Publikationen weitere folgen werden, damit wir auch in Zukunft auf die Materialien Ihres Vereins zurückgreifen können.
Für Ihre Arbeit wünschen wir Ihnen auch in Zukunft die erforderliche öffentliche Unterstützung und selbstverständlich viel Erfolg.

nach oben Bayerisches Staatsministerium Für Unterricht und Kultus, Dr. Göldner, Ministerialrat

Februar 2003
(...) Die vom Bildungsverein »Die Linde e.V.« übermittelten Materialien, insbesondere die beigelegten CD-ROM's, können einen wichtigen Beitrag zur interkulturellen Erziehung in allen Schularten leisten. Das Internetprojekt "Geschichte der Russlanddeutschen" sowie die beiden CD-ROM's "Kulturen der Welt für Kinder entdeckt" wecken bei Kindern und Jugendlichen Verständnis und Toleranz für Aussiedler und Ausländer.
In die Lehrseite des Internetauftritts des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus wurde deshalb ein aktueller Hinweis auf die Materialien aufgenommen (...)

Berliner Handwerk, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Hans-Joachim Veigel, Abteilungsleiter

Oktober 1998
(...)Ihr geplantes Projekt ist in unserer Abteilung auf großes Interesse gestoßen. Sicher wird es nicht leicht sein, spezifische Berliner Handwerkstraditionen herauszufinden (...)
Die Sammlung Handel, Handwerk und Gewerbe verfügt zudem über eine große Anzahl von Exponaten - Urkunden, Zunftgerätschaften usw. - die die Traditionen im Berliner Handwerk belegen und die Ihnen bei Ihrer Forschungsarbeit sicher von Nutzen sein werden.
Da unser Museum es sich immer weniger leisten kann eigene Publikationen herauszugeben, kommt uns Ihr Projekt sehr gelegen. Bietet es uns doch die Möglichkeit durch die von Ihnen geplanten Veröffentlichungen unsere Museumsbestände sowie die bereits gewonnenen Erkenntnisse zum Berliner Handwerk vorzustellen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben - unsere Unterstützung haben Sie.

Kulturen der Welt - für Kinder entdeckt, AMBASCIATA D`ITALIA, Botschaftsrat Giorgio Novello, Presseattachè

August 2002
(...) Das Projekt finde ich sehr interessant, klar und sachlich in den Themen und sehr ausdrucksvoll sowie eindrucksvoll in der Gestaltung.
Bezug nehmend auf Italien, habe ich mich sehr über die lebhafte Präsentation des Landes mit seiner Geschichte, seinen Kunstschätzen und seinen Traditionen gefreut. Die Rubrik mit den Anfragen und der Möglichkeiten der Stellungnahme anderer Interessenten betrachte ich als sehr positiv und aufschlussreich. (.)
Indem wir Ihnen nochmals für die Zusendung der CD-ROM recht herzlich danken, möchten wir Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihr wertvolles Projekt wünschen.

arche
Ministerium für Schule, Jugend und Kinder, des Landes Nordrhein-Westfalen, Irene Kambas

Januar 2003
(...) Es ist für alle Kinder und Jugendlichen, die bei uns leben, wichtig zu wissen, aus wie vielen Regionen der Welt unsere Bevölkerung in der ersten, zweiten oder auch dritten Generation stammt. Die Geschichte all dieser Regionen lehrt uns, dass ethnische Deutungen von Traditionen, Gewohnheiten und Verhalten der Menschen bestehende Konflikte zwischen ihnen eher vertiefen als beseitigen. Deshalb kommt es darauf an, die Gemeinsamkeiten in den täglichen Beziehungen zu festigen.
Deswegen ist es auch wichtig, in den Schulen die religiösen Festtage anderer Religionen kennen zu lernen. Mehr Wissen schafft mehr Verständnis. Lehrerinnen und Lehrer, die die gemeinsamen Dimensionen der religiösen Feste mit ihren Schülerinnen und Schülern im Unterricht erarbeiten, tragen dazu bei, die Trennung zwischen "ihr und wir" aufzuheben, die so häufig Verstehen und Verständigung behindert. Erfahrene und auch erkannte Gemeinsamkeiten werden für die jungen Menschen zu einer soliden Grundlage guten Zusammenlebens und -arbeitens in unserer Gesellschaft. Ebendies ist Anliegen zahlreicher Projekte von Ministerien in Bund und Ländern, vieler Veröffentlichungen der Schulbuchverlage und von praktischen Initiativen in unseren Schulen. Hierzu rechne ich auch Ihre Veröffentlichungen, die auf unserem Bildungsserver learn:line angezeigt werden.

 
Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Frau Katschner, Referatsleiterin

Januar 2003
(...) Ich stimme Ihnen zu, Kenntnisse über die Kultur und Lebensweise anderer Völker können interkulturelles Verständnis und Toleranz fördern. Gerade für Kinder scheinen positive Erlebnisse im Umgang mit Fremden und Fremdem wichtig, um in der Folge aufgeschlossen mit kultureller Vielfalt in der eigenen Erfahrungswelt umgehen zu können.
(...) Für die weitere Arbeit des Vereins wünsche ich viel Erfolg.

Die Deutschen in Russland - der leidvolle Weg einer ethnischen Minderheit
BIL Berliner Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung und Schulentwicklung
September 1999
Im Rahmen unserer Seminare zum Schwerpunktthema »Aussiedlerkinder in der Berliner Schule« (in den Jahren 1998 und 1999, geplant auch für 2000) haben wir mehrfach mit Erfolg Texte aus der Publikationsreihe "Die Deutschen in Russland - der leidvolle Weg einer ethnischen Minderheit" des Bildungsvereins eingesetzt. Für die Lehrerfortbildung sind viele der Texte sehr ergiebig, insbesondere die anschaulichen, individualisierten und identifikationsträchtigen Beschreibungen der stalinistischen Deportationen 1941 und die einfühlsame Darstellung der sozialen Situation der Russlanddeutschen vor der Rückkehr
(...) Umgekehrt sind jedoch auch die Integrationsprobleme bei den Rückwanderern selbst groß, in den letzten Jahren sogar mit einer zunehmenden Tendenz. So ist es ein wichtiges Ziel, insbesondere den russlanddeutschen Jugendlichen die "vorenthaltene Geschichte" zugänglich zu machen. Die Mehrheitsbevölkerung soll über das kollektive Schicksal der Russlanddeutsche und die kulturellen und sozialen - ökonomischen Leistungen dieser Minderheitengruppe informiert werden. So könnte auch das Selbstwertgefühl der Aussiedlerjugendlichen erhöht werden. Auch dazu kann die Fortsetzung der Publikation der Schriftenreihe einen Mosaikstein hinzufügen
(...) Aus diesem Grund halten wir die weitere Förderung und Unterstützung bei der Publikation für wichtig und geboten.

ortslexikon als pdf 
 
Eine Linde für Kinder, M.Vogt, Vorklassenleiterin Spandau

April 1999
Mit großem Interesse verfolge ich den Abschluss der Arbeiten an dem Projekt -Eine Linde für Kinder-. Die mir dazu vorgelegten Broschüren befinden sich mit inhaltlichem Aufbau, in den altersgerechten Textbeiträgen sowie der grafischen Gestaltung auf einem hohen Niveau. Damit wird für die Erzieherinnen in den Kindereinrichtungen ein Material geschaffen, dass es in dieser Komplexität und Vielfalt schöpferischer Anregungen bisher nicht gibt. Der geistige Wert dieser Arbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, ist das Ziel doch darauf gerichtet, den Kindern ein altersgerechtes hohes Allgemeinwissen zu vermitteln. Das ist für uns eine Aufgabe, die heute wichtiger denn je ist. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die diesbezüglichen Veröffentlichungen in den Medien, vor allem auch in der Fachpresse, die mit zunehmender Besorgnis auf unzureichende Voraussetzungen und Bedingungen aufmerksam machen.
(...) Gehen Sie bitte davon aus, dass es in Berlin über 2000 Kindereinrichtungen gibt und mit dem vorliegenden Material das Wissen tausender Kinder bereichert werden kann. (...) nach oben

Geschichte der Russlanddeutschen, Hessisches Kultusministerium, Dr. Alexander Jehn, Referatsleiter

September 2002
Ich freue mich, dass Ihr Internetprojekt »Geschichte der Russlanddeutschen« nun auf so überzeugende Art und Weise abgeschlossen wurde. Es ist ein Werk von bleibendem Wert entstanden. Wir beabsichtigen, jedem der 15 Staatlichen Schulämter ein Kontingent zukommen zu lassen, aber wir möchten auch Schulen, die sich bei Geschichtswettbewerben besonders hervorgetan haben, eigens bedienen.

Hessisches Kultusministerium, Karin Wolf, Kultusministerin und Hessisches Sozialministerium
Rudolf Friedrich, Mitglied des Hessischen Landtags, Landesbeauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler

Januar 2003
An die Schulleitungen:
(...) Gesellschaftliche Ausgrenzung beginnt mit dem sich Verschließen vor der Information und dem Kennenlernen; sie setzt sich mit der Stigmatisierung der Ausgegrenzten zur Problemgruppe fort. Wird die Ausgrenzung durch eine selbstgewählte Isolation und Abschottung der Gruppe noch verstärkt, erhält die Stigmatisierung sogar ihre Bestätigung. Der geistige wie bildliche Zeigefinger weist auf die so genannten Russlanddeutschen; Deutsche also, deren Vorfahren seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Hessen, Nordbayern, der Pfalz und dem Rheinland ins russische Reich einwanderten und deren nach Deutschland rückgewanderten Nachfahren in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion geboren wurden.

schätzwert eines hauses
Russlanddeutsche seien, so eine oft zu hörende Volksstimme, keine "echten" Deutschen. "Aus dem Bauch heraus" wird in Unwissenheit der geschichtlichen Zusammenhänge gerne die erste Worthälfte der Personengruppenbezeichnung betont. "Russland" steht bei vielen für den äußersten Rand Europas, dem man mit Blick auf die politischen Folgen der Oktoberrevolution, mit Blick auf Personen wie Lenin oder Stalin Menschenverachtung, Kälte, Härte, Demokratie- und Kulturlosigkeit unterstellt. Auch die hessische Schule hat selbst den Ernst zu nehmenden und drängenden Auftrag, Türen zu öffnen und Brücken des Kennenlernens und gegenseitigen Verständnisses zu bauen.
Ein geeignetes Werkzeug des Brückenbauens stellt die Ihnen im Klassensatz von 30 Exemplaren beiliegend übersandte Dokumentation »Die Geschichte der Russlanddeutschen« dar, die der »Bildungsverein für Volkskunde LINDE e.V.« in Form einer CD-ROM herausgegeben hat. Von einem volkstümlich verfärbten in Erinnerungen schwelgen sind die Autoren der CD-ROM weit entfernt. Sie erkennen die "zwingende Notwendigkeit, eine möglichst rasche gesellschaftliche Integration der jetzt zu uns zurückkehrenden Menschen deutscher Nationalität zu erreichen." Der zu bewältigende Integrationsprozess wird als gegenseitiges Aufeinanderzugehen beschrieben; die Probleme insbesondere der jugendlichen Rückwanderer werden beim Namen genannt: "Besonders jugendliche Aussiedler aus den GUS-Staaten sind in weit stärkerem Maße als andere Jugendliche von einer sozialen Erscheinung betroffen, die von den Soziologen als "Identitätsdiffusion" bezeichnet wird und in einer politisch-moralischen kulturellen Entwurzelung (die bei den jetzt vor allem aus Sibirien und Mittelasien, insbesondere Kasachstan, zu uns kommenden Nachfahren der Wolga- und Schwarzmeerdeutschen eine doppelte Entwurzelung ist) ihre Ursachen hat."
 
Die Dokumentation ist keineswegs ein bloßes gepresstes Geschichtsbuch. Der wissenschaftliche Ansatz wurde vielmehr breiter gewählt; ein volkskundlich hoch interessantes Werk ist entstanden. Die erste allgemeine Volkszählung im russischen Reich von 1897 wies 1,8 Millionen Deutsche aus. Das entsprach 1,4 % der russischen Gesamtbevölkerung. Woher kamen sie? Wann und warum kamen sie? Warum blieben sie? Wie lebten sie, d.h. organisierten sie ihre dörflichen und städtischen Gemeinschaften? Welche wirtschaftlichen Aktivitäten entfalteten sie? Wie sah ihr kulturelles und häusliches Leben aus? Welche politischen Ent- und Verwicklungen gab es? Die Publikation bleibt keine Antwort schuldig, auf breiter Quellenbasis wird klar strukturiert und offensichtlich umfassend recherchiert ein Bild der deutschen Siedlungstätigkeit in Russland gezeichnet, dass nicht von der einen oder anderen politischen Seite im politischen Tagesgeschäft operationalisiert werden kann, sondern mit dem der Erfolg versprechende Versuch unternommen wurde, die "Akzeptanz der Russlanddeutschen bei der einheimischen Bevölkerung zu fördern und gleichzeitig das Selbstwertgefühl der aus den GUS-Staaten zu uns kommenden Aussiedler zu stärken." Die Geschichte und die Kultur der Deutschen in Russland ist nicht nur ein Teil unserer Vergangenheit, sie ist auch ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Zukunft. So wie das Nichtwissen darüber gesellschaftliche Sprengkraft in unserem Land erzeugen kann, so kann das Wissen darüber den künftigen inneren Zusammenhalt unserer Gesellschaft sichern helfen. In einer Schulbücherei dürfte dieses Werk ebenso seinen Stammplatz finden wie in der persönlichen Sammlung unterrichtsbegleitender Materialien der hessischen Lehrkräfte der Fächer Geschichte sowie "Politik und Wirtschaft".
Wir bitten Sie, die CD-ROM im Unterricht einzusetzen. nach oben

Lexikon zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, Dr. Wladimir Auman, Leiter des Bildungs- und Informationszentrums der Russlanddeutschen, Mamontowka, Russland

Die Fragen der Integration der Russlanddeutschen in Deutschland ziehen immer mehr Aufmerksamkeit nicht nur der Staats- und Regierungskreise in Deutschland an. Dieser Arbeit schließen sich immer aktiver Gesellschaftsorganisationen verschiedener Arten, wie Fonds, Vereine, Medien u.a. an. Ein Zeugnis dafür ist das Programm des Verlages »Die Linde e.V.«. Diese Gesellschaft gab den 1. Band des Buches »Lexikon zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen« heraus.
Im Vorwort zum ersten Teil schreibt Herr Prof. Dr. Morgenstern, Leiter der Gesellschaft »Die Linde e.V.«: "Das Lexikon soll allen, die helfen wollen, Ausgrenzung und Selbstisolation zu überwinden, Türen zu öffnen, Brücken des Kennenlernens und gegenseitigen Verständnisses zu bauen, Informationsquelle und Impulsgeber sein." Ehrlich zu sagen, diese Aufgabe ist glänzend erledigt! Dafür das große Dankeschön den Autoren und Herausgebern! Besonders imponiert, dass dieses Lexikon von großen Nutzen ist und nicht nur an die Aussiedler, sondern auch an die deutschen Bürger gerichtet ist. In dieser Richtung wird es den Leuten helfen, die verstehen wollen, warum die Russlanddeutschen in die Bundesrepublik mit solcher Bestrebung aussiedeln, warum sie die deutsche Sprache, heutige Sitten und Bräuche Deutschlands nicht kennen.
Im Buch wurde es deutlich verfolgt, als ob die Geschichte und die Kultur der Russlanddeutschen vor 200 Jahren stehen geblieben ist. Andererseits sind sie nicht den in gegenwärtigen Deutschland ähnlich. Sie sind mit der Geschichte und der Kultur der Orte verflochten, wo die Russlanddeutschen schon lange leben: Kasachstan, Kyrgysstan, Russland, die Ukraine usw. Dank den persönlichen Kontakten mit den Aussiedlern, aus der deutschen Presse, z.B. "Ost-Express", weiß ich, dass die alltägliche Kultur der russlanddeutschen Aussiedler, ihre Lebensweise sehr scharf kritisiert werden. Ich glaube, nach den Artikeln über den Ukas 1941, der alle Deutschen in der Sowjetunion in einem Augenblick zu den Faschisten machte, Artikeln über die Trudarmee, Artikel, die auch zeigen, dass die Russlanddeutschen in ihren heutigen Wohnorten nicht gleiche Rechte wie die anderen Nationen haben, dass sie die einzigen sind, die in vollem Umfang nicht rehabilitiert wurden, so werden die deutsche Bürger vieles verstehen. Hoffentlich werden die vielleicht gutherziger sein, die die Aussiedler so eifrig kritisieren. Im Buch ist es auch plastisch gezeigt, das die Russlanddeutschen ungeachtet aller Repressionen und Deportationen ihre reiche Geschichte und Kultur doch erhielten. Wie unter den Aussiedlern, sowie unter denen, die noch heute in Russland, Kasachstan, Kyrgysstan, in der Ukraine und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion leben, gibt es viele, auf die die Russlanddeutschen stolz sind.
Die Autoren und Herausgeber des Lexikons fangen an, folgendes deutlich zu machen, das das Kennen der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen zu einem Faktor werden kann, dass die Russlanddeutschen in Deutschland schneller integrieren werden; zu einem Faktor des bürgerlichen gegenseitigen Verständnisses und des Friedens (...) Die GTZ kaufte 600 Exemplare vom Lexikon für Bildungs- und Informationszentrum im Mamontowka. Die Teilnehmer unserer Seminare werden dieses Buch nach Hause mitnehmen.(...)nach oben

Auszug aus einem Geleitwort der ehemaligen Ausländerbeauftragten Barbara John

Über 190 Nationalitäten sind heute in Berlin vertreten und wie in den meisten Großstädten ist auch das Leben hier von den Zuwanderern mitgeprägt. Manche Neuberliner können auf eine mehrhundertjährige Verwurzelung an der Spree zurückblicken, andere Nationalitäten haben erst in jüngster Zeit hier eine neue Heimat gefunden.(...) Wo früher nur Fernreisende die Möglichkeit hatten, andere Kulturen zu erleben, können wir heute fast um die Ecke Kontakt zu einstmals ganz fremdartigen Kultur- und Religionsgemeinschaften aufnehmen. Dadurch haben viele religiöse Traditionen, wie etwa der islamische Fastenmonat Ramadan, das jüdische Chanukka, die vielen unterschiedlichen Neujahrsfeiern, aber auch hinduistische Feste oder die kirchlichen Feiertage der unterschiedlichen christlichen Konfessionen, um nur einige Beispiele zu nennen, ihre einstige Exotik verloren. Buntheit und Vielfalt der Kulturen wird mehr und mehr zur unspektakulären Normalität und zur Norm.
Das Wissen über die unterschiedlichen Sitten und Gebräuche verleitet aber auch leicht, dem "fremden" Nachbarn oder Mitschüler voreilig einen Stempel aufzudrücken, ihn in eine Schublade mit dem Etikett einer festgefügten "kulturellen Identität" zu stecken. Diese "Identität" wird aber den Menschen unterschiedlicher Nationalität oder Herkunft bei uns schon lange nicht mehr gerecht.

Da unterscheiden sie sich überhaupt nicht von den deutschstämmigen Berlinerinnen und Berlinern, die sich ebenfalls nicht auf kulturelle Besonderheiten ihrer Großeltern oder landsmannschaftliche Zugehörigkeiten festlegen lassen. Das Leben in der Großstadt, der Kontakt mit den Menschen, die oft ganz anderen Lebensentwürfen folgen, bringt auch mit sich, dass sich ehemals starke und beständig erscheinende Traditionen und Verhaltensweisen ändern, dass etwas Neues entsteht. Das bedeutet nun keineswegs, dass damit die Menschen von ihrer Kultur abgeschnitten sind, dass sie entwurzelt wären oder "zwischen zwei Welten" ohne Halt umherirren müssten. Das Gegenteil ist der Fall.
(...) Hüten wir uns also, Menschen auf abgegriffene Vorstellungen festzulegen, Widersprüche zu konstatieren, nur weil unsere herkömmlichen Klischeebilder nicht stimmen, machen wir uns lieber selbst ein Bild, wie sie wirklich sind - und da gibt es jede Menge zu entdecken, oftmals gleich hier und in der Nachbarschaft. Vielfalt ist ein wertvoller Schatz und nicht etwas, vor dem man Angst haben müsste. Die gegenseitige Achtung und der Respekt vor dem anderen sind wichtig, nicht, ob mir dessen Überzeugungen oder Lebensgestaltung gefallen.
(...)Ich würde mich freuen, wenn das vorliegende Buch [»feste dabei sein« d.R.] dazu beiträgt, unvoreingenommen und neugierig auf andere Kulturen zuzugehen und den selbstverständlichen Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religion oder was es sonst noch für Unterscheidungen gibt, einzuüben. Hoffentlich findet es auch viele Leserinnen und Leser, die nicht die Gelegenheit hatten, wie Kinder und Jugendliche heute, ganz unspektakulär und ohne Berührungsängste in dieses oft unübersichtliche "Multi-Kulti" hineinzuwachsen, aber ihre Aufgeschlossenheit und Offenheit bewahrt haben.

(Barabara John, Ausländerbeauftragte des Senats von Berlin, 2001) nach oben