Die Linde: Definition
Linde,die; -, -n, [mhd. linde, ahd. linta, wahrsch. eigtl. = die Biegsame, nach dem weichen, biegsamen Bast]:
1. Laubbaum mit ausladender Krone, herzförmigen Blättern u. gelblichen, duftenden Blüten.
2. (o.Pl.) Holz der Linde.
lindern, (sw.V.: hat) [spätmihd. lindern, zu lind]: mildern, erträglich[er] machen: jmds. Schmerzen l.; das Elend der Flüchtlinge l.; lindernde Umschläge.
Linderung, die; -; das Lindern: L. der Not, der Schmerzen; L. bringen.
lindgrün, [Adj.][nach der Farbe des geflügelten Samens]: zart gelbgrün.
Lindheit, die; -: das Lindsein. (Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 4. Aufl.
lind: Mhd. linde, ahd. lindi "weich, zart, mild", asächs. lidi "mild, nachgiebig", engl. lithe "biegsam, geschmeidig" beruhen mit verwandten Wörtern in anderen Sprachen auf idg. *lento-s "biegsam", vgl. z.B. lat. lentus "biegsam; zäh; langsam;". Verwandt sind wahrscheinlich auch der Baumname Linde (nach dem biegsamen Bast) und das Bestimmungswort von Lindwurm, das "Schlange, Drache" (eigentlich "biegsam, sich windend") bedeutet. - Neben dem einfachen 'lind', das im wesentlichen der gehobenen Sprache angehört, ist auch die verstärkte Bildung gelind[e] (mhd. gelinde) gebräuchlich. Abl.: lindern "mildern" (15.Jh.), dazu Linderung (16.Jh.).
Linde: Deraltgerm. Baumname mhd. linde, ahd. linta, niederl. linde, engl. linden, schwed. lind gehört mit verwandten Wörtern in anderen idg. Sprachen wahrscheinlich zu dem unter lind behandelten idg. Adjektiv *lento-s "biegsam", vgl. z.B. russ. lut "Lindenbast, -rinde", lit. lentà "Brett, Tafel" (ursprünglich aus Lindenholz). Die Linde wäre demzufolge nach ihrem biegsamen Bast oder nach ihrem weichen, biegsamen Holz genannt. Im Ablaut dazu steht das unter Geländer behandelte Wort eigentlich "Latte aus Lindenholz").
Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache, Dudenverlag 1989