zur Berliner Geschichte
Traditionen des Berliner Handwerks
Dieses Arbeitsfeld dient der Erforschung und Vermittlung der Geschichte des traditionellen Handwerks in Berlin.
Sind Handwerkstraditionen ein alter Zopf, spielen sie in unserer heutigen schnelllebigen technologisierten Zeit noch eine Rolle, gibt es sie überhaupt noch? Und was ist heute daraus geworden? Wie geht es alten Berliner Handwerkerfamilien heute?
Die Publikationen stellen Jahrhunderte währendes Brauchtum vor und geben einen unsentimentalen Einblick in die Kultur und Mentalität alter Gewerke.
Die wissenschaftlich-technische Revolution des 19. und 20. Jahrhunderts zeitigte den Übergang von einer überwiegend landwirtschaftlich geprägten zu einer städtisch-industriellen, postmodernen Gesellschaft. Dieses brachte einen Verlust der Bedeutung vieler Gewohnheiten und Traditionen mit sich, die in der vorindustriellen Welt beheimatet waren.
Immer weniger Menschen erinnern sich an die einst innewohnende Bedeutung und den Wert des handwerklichen Brauchtums. Besonders jüngere Menschen haben Probleme, den tiefliegenden Sinn in ihrem weltlichen und religiösen Erbe zu finden. Traditionen gelten oftmals als verstaubt und überholt. Schließlich neigt Brauchtum zur Erstarrung, wenn es keinen Raum für Erneuerung erhält, für die Entstehung neuen Brauchtums, das die Hoffnungen und die Freuden der heutigen Zeit bewahren und tradieren kann.
Bisherige Projekte zu diesem Arbeitsfeld:
Lebendiges und Vergangenes im Berliner Handwerk
Anhand verschiedenster Berufsgruppen werden Sitten und Bräuche des Handwerks aus der Vergangenheit und der Gegenwart vorgestellt.
Schon im frühen Mittelalter schlossen sich Gewerbetreibende in Zünften zusammen, achteten auf die Einhaltung der festgelegten Regeln und Vorschriften und pflegten sorgsam die Handwerkstraditionen. Die Zunft begleitete den Handwerker von der "Wiege bis zur Bahre".
Im Laufe der Zeit verlor die Zunft an Bedeutung. Viele Traditionen gerieten in Vergessenheit, doch einige existieren auch heute noch. Grundsteinlegung, Richtfeste, die Wanderschaft in einigen Berufsgruppen, die Berufsbekleidung z. B. bei den Zimmerleuten und Schornsteinfegern, Gewerksfahnen und -truhen sind noch immer aktuell.
Verachtet mir die Meister nicht ...
Wie geht es dem Handwerk in Berlin? Eine Antwort auf diese Frage versucht diese Publikation zu geben: Aus der Beobachtung der ca. 1.700 Meter der Schönhauser Allee zwischen Choriner und Wisbyer Straße, unter Mitwirkung von Berliner Handwerkern entstand eine Sammlung unterschiedlicher Familienbilder.
Projekt 4 |
Projekt 8
Armut
Dieses Arbeitsfeld ist der Erforschung und Vermittlung der Armutsproblematik in Metropolen gewidmet.
Im 18. Jahrhundert sahen sich Städte erstmals mit dem Phänomen Armut als Massenerscheinung konfrontiert - nach den Hungerjahren 1816/17 und den Wirtschaftskrisen 1857/1874 verschärfte sich das Problem im 19. Jahrhundert. Auch in Berlin entstanden Arbeits- und Zuchthäuser, Wohlfahrtseinrichtungen für Witwen und Waisen. Die Kriege Preußens, Cholera-Epidemien sowie die Industrialisierung und die damit einhergehende Verelendungen von Arbeiterfamilien brachten große Not über die Stadt - von der Armenfürsorge kaum zu lindern.
Bisherige Projekte zu diesem Arbeitsfeld: